So langsam gehört das Winterbild der Vergangenheit,
denn der Frühling kehrt ein.
Alle etzliberger Tiere haben die kalte Jahreszeit gut überstanden und sind fit und munter...
Leider steht jetzt den Pferde eine Zeit bevor, wo sie die Weide nicht benutzen können. Wenn sie nicht gefroren oder schön trocken ist, versinken sie nur im Schlamm. Also muss sie für ein paar Wochen geschlossen bleiben.
Auch in Hasenhausen wird ein Bogen um die nassen, schlammigen Stellen im Gehege gemacht schliesslich will ja niemand schmutzige Pfötchen.
Amigo:
Seine Augenentzündung ist wieder abgeklungen und obwohl er nicht mehr viel sieht, mogelt er sich sehr gut zwischen den Grossen durch und bekommt auch meistens was er will (der kleine Futterdieb)
Abgesehen von der Sehkraft, ist er fit und munter. Man würde ihm sein Alter nicht anmerken, hätte er nicht um die Augen und unter dem Schopf eine weisse Stirn
Lord:
Wie immer beendet Lord den Winter im Kugelformat.
Ja klar, wir geben es zu. Zu dünn ist er ganz sicher nicht.
AAAABER... Er hat auch wieder mal einen unglaublichen Pelz gemacht, der ihn noch viel kugeliger aussehen lässt, als er ist.
Wirklich ihr werdet sehen, sobald das Sommerfell da ist, präsentiere ich euch Bilder von einem "schlanken" Pony
Er ist fit wie ein Turnschuh und hält unseren Opa mit der allmorgentlichen Spielstunde auf Trab
Amadeus:
Seine Winterpause wird jetzt gezwungenermassen beendet. Jetzt wo die Weide zu ist, müssen wir uns überlegen, wie wir den Herrn beschäftigen, damit er keine Flausen auslebt .
Mit seinen Hufen sind wir noch immer nicht glücklich. Er hat jetzt aber neue Schuhe bekommen und wir hoffen, dass es damit besser geht.
Denn sonst muss wohl tatsächlich der Hufschmied wieder kommen um ihn zu beschlagen... *schade wär's*
Largo:
Auch seine alten Knochen haben die kalte Jahreszeit erstaunlich gut überstanden... *freu*
Man hatte nie das Gefühl, dass er mit der Kälte zu kämpfen hat. Im Gegenteil, er war meist sehr gut aufgelegt und gerne für ein Spielchen zu haben. Auch seine Hautprobleme (Felchten) hatten wir gut im Griff. Es tauchten zwar immer mal wieder welche auf. Doch brachten wir die Dinger meistens schnell wieder weg.
Loustic:
Unser Junior im Stall, hat sich den ganzen Winter über sehr gut verhalten.
War ab und zu etwas überstellig, was sich aber sehr selten beim Reiten auswirkte...
Er genoss mit Carole zusammen den Winter. Viel konnte man so schön im weichen Schnee galoppieren. Auch einmal Wöchentlich arbeiteten die Beiden fleissig in der Halle. Unsere Reitlehrerin war gestern sehr zufrieden mit den Beiden, als sie sie nach längerer Zwangspause (Wenn Schnee auf den Strassen liegt fahren wir nicht mit dem Hänger zur Reitstunde) endlich wieder sah.
Gut habt ihr das gemacht!
Falcon:
Eine kleine Schweinebacke war er, als er nach einer Zeit merkte, dass seine "Bossin" eine Reitpause macht.
Er hätte es sooo schön mit Martina B. haben können. Aber nein, er zickte wo es nur ging. Nicht mal mehr den Stall verlassen wollte er.
Martina hat unglaublichen Mut bewiesen und nicht aufgegeben. Immer wieder suchten wir zusammen nach neuen Lösungen, denn der Herr war Zeitweise regelrecht unreitbar.
Mit ein paar Tipp’s und Tricks von mir und Martinas Durchhaltevermögen, schaffte sie es aber doch, die Probleme aus der Welt zu schaffen.
Ich bin stolz auf sie, dass sie es gepackt hat. Das war wirklich nicht einfach! Inzwischen haben wir wieder ein Dreamteam und alles klappt wunderbar.
Meine kleine Bombina ist schon wieder platt.
Noch vor ein paar Tagen habe ich der Nagerstation (die verbunden ist mit der Tierarztpraxis) einen kleinen Zwischenbericht geschrieben, wie es allen Ninchens geht.
Bombinas Beule war schon lange da. Aber sie hat sich nicht mehr verändert.
Ich musste sowieso mal in der Praxis vorbei, da die Krallen von Sunny und Binchen viel zu lange wurden, da sie sich die in der Wohnung nicht abwetzen konnten, über den Winter.
Und natürlich genau seit gestern hatte Bombina eine nackte Stelle auf ihrer Beule. Auch die Beule selber ist in den letzten 2-3 Tagen etwas gewachsen...
Jetzt liegt Bombina zur Stunde beim Tierarzt und wird operiert.
Ich hoffe sehr, dass diesmal wirklich alles gut wird.
Sie hätte es sooo verdient die arme kleine Maus hatte schon lange genug an ihren Kampfverletzungen zu beissen.
Jetzt gibts nur eins.
Daumendrücken und abwarten...
Liebe Grüsse
TinaCH (die fast nicht schreiben konnte wegen gedrückten Daumen.)
Eigentlich haben wir ja damit gerechnet, dass der Winter zu Ende ist und der Frühling nun Einzug hält.
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt
Heute Morgen war es nass und grau. Doch als ich am Mittag das zweite mal aus dem Fester sah, war wieder alles weiss *HORROR*
Die Pferde sind nun also wieder zugedeckt und dürfen auch tagsüber in den trockenen Stall. (Das bedeute leider wieder mehr Arbeit.)
Auch muss wieder mehrmals täglich
kontrolliert werden, ob der Schnee auf dem Kaninchengehege liegen bleibt.
Wenn ja, muss alles runtergeschüttelt werden. *UFF anstrengend*
Fotos gibt es absichtlich KEINE. Denn wir wollen doch alle Frühling und uns nicht noch lange den Winter anschauen müssen
Sobald die sich wieder zeigt, werd ich dann mal knipsen gehen und euch den aktuellen Stand durchgeben.
So jetzt wünsche ich allen eine gute Woche und hoffentlich bis bald mit wärmeren News aus dem Etzliberg.
Gegen Mittag nach einem Fotoshooting bei einer Bekannten gehe ich in den Stall. Martina ist gerade dabei, den Pferden das Mittagessen zu servieren und meint nur, dass ich mal Largos rechtes Vorderbein anschauen muss, da er da eine Verletzung habe.
Leider musste ich sehr schnell feststellen, dass die Verletzung am Vorderbein das aller kleinste Übel ist. Denn Largo wollte keinen Schritt mehr gehen... . Mit grosser Mühe und viel Schmerzen (er stöhnte sogar) brachte ich ihn dann die 20m in den Stall.
Bald merkte ich dann auch, dass er mit dem Kopf nicht mehr bis zum Boden konnte und somit weder ans Heu noch ans Wasser kam. Ich konnte jedes Bein einzeln hochheben und in alle Richtungen bewegen. Also musste ich damit rechnen, dass er sich was im Rücken, oder Halswirbelbereich verstaucht, verzogen, oder eingeklemmt hat bei einem Sturz. Schnell baute ich ihm eine Hochbar auf mit Heu und Wasser. Schliesslich kann er ja nicht verhungern und verdursten.
24.April
Largo geht es nicht besser, also bestelle ich den Tierarzt.
Ziemlich schnell steht fest, dass meine Vermutung einigermassen zutrifft. :-( Da der Widerrist inzwischen deutlich angeschwollen ist und vor allem knackt, wenn man ihn bewegt, müssen wir davon ausgehen, dass Largo ein oder sogar mehrere Dornfortsätze im Widerrist gebrochen hat. Ev. hat er auch noch einen Knochenriss oder sonst eine Verletzung im Schulterblatt und wenn’s ganz dumm läuft auch noch was in der Halswirbelsäule kaputt.
Opa bekommt jetzt starke Schmerzmittel, die wir ihm gleich spritzen, da er einen sehr empfindlichen Magen hat. Zuviel auf den Rippen hat er nicht, also können wir er nicht riskieren, dass er noch stark abnimmt. Sonst hat er dann noch überhaupt keine Kraft mehr.
Dazu kommt noch, dass Largo einen Herzfehler hat. Und durch die starken Schmerzen ist das jetzt richtig gut zu hören. Wir hoffen mal, dass das nicht auch noch zu einem grösseren Problem wird.
Ich werde Largo jetzt noch auf keinen Fall aufgeben! Aber all zu lange werd ich ihn auch nicht quälen, wenn keine Besserung kommt.
ES MUSS WIEDER BESSER WERDEN.
Es ging ihm doch in den letzten Wochen/Monaten sooo gut. Ich hab mich so gefreut, wie super toll er die kalte Jahreszeit mit seinen, eigentlich doch sehr schlechten Knochen, überstanden hat.
Jetzt kommt die Weidesaison und die schöne Jahreszeit. Die soll er doch noch geniessen können...
Wir können alle Daumen gebrauchen die für Largo gedrückt werden in den nächsten Tagen...
Nach dem ich grosse Angst hatte meinen Opa Largo zu verlieren, sehe ich jetzt eher wieder etwas positiver in die Zukunft.
Da Largo den Kopf nicht mehr senken konnte und auch kaum mehr gehen konnte, hatten wir schon Angst, dass noch mehr als der Widerrist (also die Dornfortsätze im WR) gebrochen sind.
Inzwischen kann Opa aber seinen Kopf wieder zu Boden senken. Man merkt schon noch, dass es ihm etwas Mühe bereitet, aber er schaffte es. Und das will was heissen, denn verfressen ist er ja leider nicht. Und für ein Rüebli macht auch nicht viel.
Aber den Kopf senkt er wieder. Auch kann er den ganzen Hals schon wieder ordentlich drehen. Sicher noch nicht so, wie es sein sollte, aber sein Blickwinkel hat sich wieder stark vergrössert. *freu*
Mit dem Gehen ist das so eine Sache.
Der erste Schritt, sieht nie schön aus und man hat wirklich grosses Mitleid mit ihm. Aber sobald er angelaufen ist, wird es besser.
Nur bei den Wendungen, oder auf unebenem Boden, da tut er sich verdammt schwer.
Auch seine Beine sehen wieder etwas besser aus.
Das Rechte ist deutlich weniger angeschwollen als das Linke.
Doch nach gutem Kühlen und Massage, wird auch das jeweils wieder etwas dünner.
Und der Widerrist ist deutlich weniger geschwollen. Doch auf Druck reagiert er natürlich immer noch stark.
Jetzt hoffen wir, dass es weiterhin so gut bergauf geht, damit er möglichst bald wieder mit den Anderen rumtoben und noch laaaaange ohne Schmerzen bei uns bleiben kann.
Auf dem Heimweg vom Viereck mit dem Anhänger unterwegs, sah ich von weitem was im halbdunklen auf der Strasse liegen.
Zuerst dachte ich, es sei ein "Rossbollä". Doch je näher ich kam, desto unsicherer wurde ich.
Also stieg ich aus und schaute das genau an.
Frau Amsel sass mitten auf der Strasse, mit einem blutigen Schnabel.
Na, mal gucken ob sie noch fliegen kann. Leider bewegte sie sich nicht. Also ab ins Auto, eine Jacke holen und Frau Amsel einpacken (hab ich doch sonst immer eine Katzenkiste im Auto, doch an dem Tag natürlich nicht)
Auf dem Beifahrersitz hab ich sie gut eingebettet nach hause gefahren.
Im Stall nur schnell die Pferde ausladen und ihnen das Futter vor die Nase stellen, dann ab in die warme Stube.
Frau Amsel taute in der Zwischenzeit schon wieder etwas auf und begann rum zu hüpfen.
Dank dem Regenwetter, war es nicht sehr schwierig ein paar Wurmleichen von der Strasse zu sammeln, damit das Vogeltier auch was zu fressen bekam. *igitt*
Ich war mir natürlich nicht sicher, ob sie die Nacht überhaupt überstehen würde, denn dem Fundort und der Verletzung nach, musste ich davon ausgehen, dass sie mit einem Auto kollidierte und ev. auch innere Verletzungen hatte.
FREUDE HERRSCHTE!!!
Am Morgen hüpfte sie ziemlich aufgeweckt im Käfig herum. Also als erstes, bevor die Pferde versorgt wurden zum Fundort fahren und Frau Amsel wieder fliegen lassen. Doch sie machte leider keine Anstalten zu fliegen. Erst nach ein paar Minuten nahm sie einen Anlauf, der aber mit einem Absturz gegen eine Wand der Waldhütte landete. :(
Traurig packte ich Frau Amsel wieder ein. Ok, dann braucht sie eben noch ein paar Tage Erholung, bis sie wieder fit ist.
Ich fuhr in den Stall, versorgte die Pferde so schnell wie möglich und wollte anschliessen Nahrung für den Vogel einkaufen gehen. Doch auf dem Heimweg merkte ich plötzlich, dass ihre Kräfte nachliessen. Sie heilt den Kopf etwas nach hinten, als ob sie ihn abstützen wollte. Und bevor ich überlegen konnte, was ich nun machen soll, lag sie schon auf der Seite und es war mir klar, dass sie es doch nicht schaffen würde.
Ich hatte sie auf meinem Schoss und meine Autofahrerin wendete sofort ab, in Richtung Tierarzt. Schliesslich wollte ich sie nicht noch lange, unnötig leidern lassen. Und ein TA wäre in 5min erreichbar gewesen.
Doch kurz vor der Praxis hörte ihr Herzchen auf zu schlagen.
Der Kampf war beendet. Die 3 oder 4 Minuten kamen mir vor wie Stunden... Hoffentlich für Frau Amsel nicht auch.
Drei Wochen ist es schon her, seit du mich verlassen hast.
Als ich dir das erste mal begegnet bin, hast du furchtbar ausgesehen, doch dein Blick verriet mir, was in dir steckte. Einen schwierigen Start hatten wir zusammen, der ziemlich lange anhielt. Doch wir haben zueinander gefunden. Von dem Moment an, als du in den Etzliberg (zuerst in den alten, dann in den neuen Stall) ziehen konntest, hast du einen glücklichen zufriedenen Eindruck auf mich gemacht. Auch die „Zwangsgemeinschaft“ mit Amadeus ist dir schlussendlich sehr gut bekommen. Irgend wann hast du mir dein Vertrauen geschenkt und ich dir meins. Du warst für mich der beste Lehrmeister. Kein Reitlehrer hat mir soviel beigebracht wie du. Sogar durch Prüfungen hast du mich getragen, obwohl es dir überhaupt nicht lag- bis hin zum Sieg. DANKE!
Als mir ein Tierarzt vor über 10 Jahren schon sagte, dass ich um jeden Tag froh sein solle, an dem du lahmfrei gehen könnest, war ich zuerst etwas niedergeschlagen. Doch mir war bald klar, dass du unglaublich stark warst. Vor drei Jahren kam eine niederschmetternde Diagnose. Die meisten Leute hätten dich damals aufgegeben. Auch unser Tierarzt war der Meinung, du hättest keine Chance mehr. Doch du hast einmal mehr bewiesen, dass du unglaublich zäh warst. Die letzten Jahre durftest du das Leben einfach noch geniessen. Sorgen machte ich mir eigentlich wenn der Sommer vorbei ging und ich Angst hatte, dass die Kälte deinen Beinen zu sehr zusetzen könnten. Doch dem war nicht so.
Auch machte ich mir Gedanken, wenn du mit mir zusammen gelitten hast, wenn es mir nicht gut ging. Deine Hungerstreiks, oder Hautprobleme wenn ich nicht da war, oder es mir nicht gut ging brachte ich zu beginn nicht damit in Verbindung. Doch irgend wann, nach dem unser Umfeld es schon längst durchschaute, merkte auch ich es. Wir waren beinahe unzertrennlich.
Mit einem Fest wollte ich nächstes Jahr ein viertel Jahrhundert Largo feiern. Und nach dem du den Unfall im März so gut weggesteckt hast, bei dem du dir die Dornfortsätze gebrochen hast, hab ich keine Sekunde mehr daran gedacht, dass du den 15. März 2007 nicht mehr erleben wirst (Du doch nicht, wenn dann eher ich.).
Doch plötzlich hast du mir gezeigt, dass deine Kräfte nachlassen. Du wurdest ruhiger. Ich schob das auf die Hitze die dir zu schaffen machte. Schliesslich waren alle Pferde eher etwas bewegungsfaul. Ein guter Esser warst du nie, was zeitweise nicht leicht war, denn mit Futter konnte man dich definitiv nicht bestechen... Aber wenn man dir genug Zeit gab, hast du jeweils grosse Portionen gefuttert. Innerhalb von 3 Tagen hast du von weniger fressen, auf totalen Futterstreik umgestellt. Ab und zu konnte ich dich noch knapp davon überzeugen, dass Karotten doch lecker sind, doch davon alleine konntest du nicht mehr leben. Die letzten Tage waren ein Hin und Her. Jedes mal wenn ich glaubte, dass ich dir keinen Gefallen mehr erweisen würde, wenn ich dich am Leben liesse, ich mit Tränen in den Augen in den Stall kam, hast du mir wieder etwas von deinem Lebensmut gezeigt. Immer wieder kam die Hoffnung auf, dass es doch „nur“ eine Phase sei und dass du dich wieder auffangen würdest. Doch vom Sonntag Mittag an war mir klar, dass es kein Aufwärts mehr geben würde. Deine Augen haben mir das verraten. Am Montag morgen sind wir zusammen die letzten Meter gegangen. Ich habe dir immer versprochen, dass ich bis zum letzten Moment bei dir sein werde, auch wenn ich selber fast dabei sterben würde.
Das war ich dir einfach schuldig.
Du hinterlässt ein grosses Loch in mir und im Stall Etzliberg. Jeden Tag wenn ich in den Stall komme, sehe ich dich irgend wo in Gedanken und es tut verdammt weh dass du nicht mehr da bist. Ich bin dankbar für die gemeinsame Zeit, die Kraft und den Mut, den du mir geschenkt hast.
Ich werde dich niemals vergessen und immer vermissen...
Am 8. Februar packen Simone, Reuben und ich unsere sieben Sachen ein und machen uns auf den Weg nach Frankreich.
Wir werden Bubi in die Schweiz importieren.
Wunderschönes Frühlingswetter, mit viel Sonnenscheinbegleitete uns auf unserem Weg. Nur wenn man aus dem Auto ausstieg merkte man, dass es noch richtig kalt war.
Bis wir ankamen, war es schon stockdunkel und wir konnten unseren Jungen nicht mehr begrüssen. Doch am Samstag Morgen, wartete er schon in seinem Unterstand auf uns.
Wir beschnupperten uns und begannen ihm schon mal den Anhänger zu zeigen, in der er spätestens am Montag Morgen einsteigen sollte. Rayon de Soleil war neugierig und zeigte sich von der besten Seite.
Erst am Sonntag machten wir den ersten Versuch, ihn in den Hänger zu stellen.
Monika und alle Anderen anwesenden lachten uns aus. Machten Sprüche wie: Wir besorgen uns mal Popcorns, Decken und machen es uns in sicherem Abstand gemütlich.
Pöh, bis die sich platziert haben, war Rayon (inzwischen von uns Soleil genannt) bereits im Hänger versteckt und begann genüsslich seine "Leckerli" zu verspeisen
Am späteren Nachmittag machten wir die gleiche Übung noch einmal. Keine 2 Minuten dauerte es, bis er im Hänger stand.
Auch für ein Fotoshooting hatten wir noch etwas Zeit.
Hier eines der letzten Bilder in Frankreich:
Am Montag Morgen ging alles zackig. Wir hatten zwar fast eine halbe Stunde Verspätung, dies allerdings nicht, wegen Soleil, sondern weil wir irgend wie einfach nicht in die Gänge kamen.
Soleil war innerhalb von 4 Minuten zugedeckt und im Hänger verpackt.
Ein erstaunliches Pferdchen!!!
Ganz knapp kamen wir vor der Mittagszeit am Zoll an. Es war ein ziemliches Zittern, ob wir es überhaupt noch pünktlich schaffen. Aber abgesehen von einem Radarblitzer ging alles wunderbar.
Ein kurzer Marathon am Zoll und wir waren wieder im Lande und Soleil war schon importiert.
Wir gaben telefonisch bekannt, dass wir schon bald im Etzliberg ankommen würden. Sidonie erwartete uns bereits sehnsüchtig.
Der kleine Mann stieg aus dem Hänger aus, als ob es eine Selbstverständlichkeit gewesen wäre...
Erst mal wurde laut gequietscht, als sich die Pferde über den Zaun begrüssten. Falcon allen voran. Doch sehr bald, wurde es friedlich. Sie begannen sich zu beknabbern und genossen noch die Nachmittagssonne.
Etwas später liessen wir Soleil und Amadeus zusammen. Die beiden beschnupperten sich freundlich und begannen sogar zusammen Heu zu fressen. So etwas gab es noch nie. Denn Amadeus verteidigt sein Futter sonst gegen alles!
Auch im Stall standen die beiden friedlich zusammen.
Wir (das Etzliberg Team) machten es uns in der Sattelkammer bei Racelette gemütlich und konnten so die Tiere noch etwas im Auge (und im Ohr) behalten. Soleil und Maus wurden über Nacht noch getrennt, damit sich der kleine Mann von der grossen Reise erholen konnte.
Soleil hat sich schon in der ersten Nacht ins Strohbett gelegt und fühlte sich sichtlich wohl.
Am nächsten Morgen war es dann so weit. Wir liessen ihn als erster auf die Weide, damit er erst mal auf Erkundungstour konnte.
Erst dann, durfte Einer nach dem Anderen dazu.
Es gab überhaupt keine Probleme. Man hätte fast schon meinen können, Soleil wäre schon seit längerem in der Herde integriert.
Inzwischen hat Falcon das Gefühl, er müsse seinen 2. Rang in der Herde ziemlich verteidigen. Warum auch immer. Wir wissen es nicht, denn Soleil weicht sofort aus, wenn der Grosse im Anmarsch ist.
Aber mehr als dass er etwas herumgescheucht wird, passiert nicht.
Wir haben gehofft, dass es so unkompliziert gehen würde.
Ein Traum ist in Erfüllung gegangen!
Soleil ist seit ein paar Tagen eher schlapp und frisst nicht sehr gut.
Er zeigt allerdings keine Schmerzen, oder sonstige deutbaren Probleme, ausser seinen Verhärtungen am Bauch.
Der "Haustierarzt" geht eigentlich von Parasiten aus, die sich unter der Haut eingenistet haben. Obwohl es nicht so typisch ist, dass es auf beiden Seiten genau gleichzeitig auftritt.
Da Soleil am Freitag Morgen aber fast nichts frisst, ist es mir nicht mehr wohl und ich habe ihn gleich im Tierspital angemeldet.
Er steigt super in den Anhänger ein und auch auf der Fahrt, merkte man überhaupt nichts von ihm.
Klar stieg die Aufregung etwas an, als wir im Tierspital ausluden. Doch der kleine Mann verhielt sich vorbildlich!
(Das würde der Tierarzt in Frankreich niemals glauben. Er hat ihn gehasst!)
Nach einer Grundkontrolle stand fest, dass Soleil ein Rätsel darstellte. Es wurde für Nachmittags ein Ultraschall bestellt und ein Chirurge, der allenfalls eine Gewebeprobe entnehmen könnte.
Es wurden auch noch weitere Stellen an seinem Körper gefunden.
Langsam aber sicher, wurde es uns mulmig.
Doch die Ärztin vom Ultraschall machte uns wieder etwas Hoffnung. Sie war der Ansicht, dass das Gewebe nicht typisch aussehen würde, für Lymphkrebs. Was es sein könnte, wusste sie allerdings auch nicht.
So wurde an zwei Stellen etwas von dem verhärteten Gewebe raus geschnitten und ins Labor geschickt.
Es war ein langer Tag für uns alle. Aber nach 7,5 Stunden herum stehen, konnten wir Soleil wieder einpacken und uns auf den Heimweg machen.
Am nächsten Morgen haben wir schön gestaunt, was ein Pferd so alles "kacken" kann, nach einer Wurmkur.
Unglaublich! Die Pferdeäpfel wären beinahe selbständig davongelaufen *schauder*
Der kleine Mann zeigte sich über's Wochenende etwas lebendiger, als auch schon. Er hat inzwischen gelernt Hufschuhe anziehen zum spazieren gehen. Und wir warten immer noch gespannt auf das Resultat der Biopsie.
Als ich heute Morgen anrief, meinte die nette Tierärztin, dass ich noch etwas zu früh sei. Sie würde sich melden, wenn sie die Nachricht hätte. Oder ich solle am Nachmittag noch einmal anrufen.
Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich im Moment ziemlich nervös vor dem PC sitze...
Drückt uns ALLE Daumen, die ihr drücken könnt!
Danke und bis bald mit hoffentlich guten Nachrichten...
Soleil’s Gesundheitszustand hat sich verbessert. Er frisst inzwischen wie ein Weltmeister! Ich denke das nicht richtig fressen hatte mit den Zähnen zu tun, denn er hat gerade in kurzer Zeit 2 Milchzähne verloren. Auch wirkt er fit und munter und liegt eigentlich nur noch nachts. Seine „Beulen“ am ganzen Körper haben sich als Fettgewebsnekrose herausgestellt. Grundsätzlich nichts bedrohliches, allerdings kennen die Tierärzte so was eigentlich nicht beim Pferd und dementsprechend weiss auch niemand, was der Auslöser dafür war. Im Tierspital vermutete man eine Entzündung und verabreichte ihm daher 20 Tage lang relativ hoch dosiertes Kortison. Doch das bewirkte überhaupt nichts. Das Labor fand noch heraus, dass er einen ziemlich starken Vitamin E und Selen Mangel hat. Beides wurde ihm einmalig gespritzt. Der Selenwert hat sich danach auch selber wieder eingependelt. Das Vit. E leider nicht. Er bekommt jetzt ein schweine teueren Futterzusatz.
Seine Rippen klappern nicht mehr Er beginnt also an Gewicht zuzunehmen. Jetzt hoffen wir, dass er durch das Vitamin E und Selen auch an Muskulatur zunehmen kann. Er sieht ja immer noch mehr wie ein 2 jähriger Spargeltarzan aus, als wie ein 3 jähriger Junghengst.
Im grossen Ganzen sind wir glücklich, dass es nicht’s schlimmeres war! Klar ist es etwas beunruhigend, weil wir nicht wissen, ob wir das wieder in den Griff bekommen. Aber es ist nichts lebensbedrohliches. Wir wissen zum jetztigen Zeitpunkt einfach noch nicht, ob er jemals ein Reitpferd wird. Denn auf beiden Seiten in der Gurtenlage befinden sich ziemlich grosse Flächen von Fettgewebsnekrose.
Kommt Zeit, kommt Rat...
Sonst geht es ihm gut. Er hat sich inzwischen sehr gut in der Herde eingelebt. Mit Amadeus versteht er sich ausgezeichnet, er bringt unseren Ältesten im Stall sogar dazu mit ihm zu spielen!
Auch hat er gelernt, dass es manchmal besser ist, frühzeitig auszuweichen, wenn Falcon oder Loustic mit angelegten Ohren auf ihn zu kommen. In den ersten Tagen hatte er das Gefühl, ihn könne nichts vertreiben, dementsprechend musste er auch ein paar Haare, oder sogar Hautfetzen liegen lassen. Inzwischen kommen neue Spuren nur noch, wenn er Amigo zum Spielen auffordern will, denn der versteht kein Spass und zeigt ihm das auch ziemlich aggressiv. Leider! Obwohl er fast einen Meter grösser ist, hat er es noch nicht geschafft, Amigo den Meister zu zeigen.
Im Umgang mit uns Menschen zeigt er sich als sehr freundlich, verschmust, ab und zu mal etwas verspielt, aber im Grossen Ganzen sehr anständig.
Um so erstaunter war ich, als ich am 08. April mit ihm auf der Vereinsanlage war, weil ich longieren wollte. Es war ziemlich viel Jubel Trubel auf der Anlage, da ein Kurs statt fand. Das Longierrondell war von 2 Pferden besetzt und wir mussten erst mal auf die Suche nach den Besitzern, doch das fand Soleil alles andere als ok. Ganz einfach gesagt: Er benahm sich wie ein Wildschwein!
Am nächsten Tag, „bewaffnete“ ich mich dann beim Spazieren sicherheitshalber mal mit einem Trensenzaum und einer Führkette. Doch weder die Kette noch die Trense kamen zum Einsatz. Denn er war wieder ganz anständig, so wie wir es uns eigentlich von ihm gewohnt sind. An die Trense kann er sich im Moment schön langsam gewöhnen, die ziehen wir ihm unter dem Halfter an, zum spazieren, oder Handpferdreiten. Geführt wird er noch problemlos am Stallhalfter.
Den restlichen 4-Beinern geht es gut. Falcons Narben am Genick sind alle gut verheilt und es scheint tatsächlich das Problem gelöst zu sein...
Das Wetter soll jetzt auch wieder etwas besser werden und ich hoffe, dass ich dann in den nächsten Tagen mal aktuelle Fotos machen kann. Bis dann wünsche ich allen eine gute Zeit!